Synthetischer Spinell Merkmale

SYNTHETISCHER SPINELL

Sorte: spinell

Mohs-Härteskala : 8.0

Farbe : rot, rosa, blau, lavendel/violett, dunkelgrün, braun, schwarz, farblos

URSPRUNG

Synthetischer Spinell entstand zufällig bei der Korundherstellung Mitte des neunzehnten Jahrhunderts (Fluxverfahren).
Erst in den 1920er Jahren wurde er als Ersatz für Aquamarin in hellblauer Farbe für die Schmuckherstellung wieder hergestellt (Verneuil-Methode).

Die beiden derzeit angewandten Verfahren zur Herstellung von synthetischem Spinell sind die Flammenschmelz- oder Verneuil-Methode und die Flux-Methode (manchmal auch als Schmelzflux bezeichnet).

Bei der Verneuil-Methode werden die Rohstoffe mit einer Knallgasflamme zu einem Pulver geschmolzen. Dieses geschmolzene flüssige Gemisch fällt auf eine rotierende Unterlage, wo es sich zu verfestigen beginnt und bei der Bewegung einen Kristall bildet. Dies ist die billigste und daher auch die häufigste Methode der Spinellherstellung.

Bei der Flux-Methode werden die Bestandteile der gewünschten Substanz in einem Lösungsmittel aufgelöst. Es ist ein sehr zeitaufwändiger Prozess, da das Wachstum des Kristalls bis zu einem Jahr dauern kann. Diese Methode wird hauptsächlich zur Herstellung von Spinellen größerer Größe verwendet.

Das Czochralski-Verfahren ist ein Verfahren zum Ziehen oder Herausziehen aus der Schmelze, bei dem das Silizium zunächst geschmolzen wird und dann im Prozess zu einem kristallinen Zustand gefriert. Im Gegensatz zum Flux-Verfahren ist dieses Verfahren sehr schnell und leicht zu kontrollieren. Mit dieser Methode werden Spinelle in einer so reinen Form hergestellt, dass sie Glas ähneln.

Synthetische Spinelle können in fast allen Farben außer Violett hergestellt werden. Blauer, grüner und roter Spinell sind die am häufigsten hergestellten.
Synthetischer Spinell unterscheidet sich von natürlichem Spinell durch einen leicht erhöhten Brechungsindex, der auf eine chemische Veränderung zurückzuführen ist, die zu einem höheren Aluminiumgehalt geführt hat. Die blauen synthetischen Spinelle, die nach dem Verneuil-Verfahren hergestellt werden, sind nur mit Kobalt gefärbt. Sie enthalten kein Eisen und sind daher nicht magnetisch, ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den natürlichen Spinellen, die durch den Zusatz von Chrom magnetisch sind.
Synthetische Spinelle, die nach dem Flux-Verfahren hergestellt werden, haben aufgrund des höheren Kobaltgehalts eine kräftigere blaue Farbe und sind daher schwach magnetisch.

VERWENDUNG

Hellblauer synthetischer Spinell findet vor allem als billiger Ersatz für Aquamarin Verwendung.